Ernähren bei Krebs

ernaehren-bei-krebs.de

So können Sie ihren Angehörigen unterstützen

So können Sie ihren Angehörigen unterstützen

Generell gilt, jeder Patient, der eine Ernährungstherapie erhält, sollte wenn möglich zwischendurch normal dazu essen. Das gilt auch für die parenterale Ernährungstherapie. Wenn Appetit und Kraft fehlen, vielleicht sogar Schmerzen beim Essen auftreten, ist dies schwierig. Doch auch hier können Sie Ihren Angehörigen unterstützen.

Essen ist mehr als bloße Nahrungsaufnahme, auch emotionale und soziale Aspekte spielen dabei eine Rolle. Wir sitzen zusammen, unterhalten uns über den Tag, tauschen uns aus. Deshalb sollten Sie auch bei einem Angehörigen mit Ernährungstherapie das Ritual Essen aufrecht erhalten. Dann weiß er die gemeinsamen Momente weiterhin zu schätzen und versteift sich nicht auf das Essen-müssen. Die Grundversorgung kann durch die Ernährungs-Infusion gedeckt werden. Das kann Sie und Ihren Angehörigen entlasten.

  • Schaffen Sie Atmosphäre beim Essen: gestalten Sie den Tisch ansprechend, richten Sie das Essen schön an, auch wenn es nur ein kleiner Happen ist.
  • Unterstützen Sie beim Essen, indem Sie Lebensmittel anreichen.
  • Nehmen Sie sich Zeit und versuchen Sie ein zwangloses Gespräch zu führen.
  • Bieten Sie Ihrem Angehörigen weiterhin seine Lieblingsgerichte an. Wenn er ablehnt, nehmen Sie das nicht persönlich. Ihr Partner oder Verwandter will Sie nicht verletzen, er hat einfach im Moment keinen Appetit.

Manchmal fällt es Menschen leichter einen kleinen Happen zwischendurch zu essen, statt einer großen Portion auf einem vollen Teller. Vielleicht stellt sich der Appetit auch eher ein, wenn Sie zwischendurch ein kleines Extra anbieten. Dies kann alles sein, was schmeckt: etwas Studentenfutter, ein Stück Kuchen, einen Joghurt oder etwas Obst. Wenn immer etwas in kleinen Portionen bereitsteht, können Sie Ihren Angehörigen leicht dazu verführen, zuzugreifen.

Bei jeder Form von onkologischer Therapie und manchmal auch im Rahmen einer Ernährungstherapie kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Diese Tipps können Ihrem Angehörigen helfen mit der Situation fertig zu werden:

  • Eine leichte Mahlzeit, insbesondere morgens, wenn der Magen leer ist, kann Übelkeit entgegenwirken. Hierzu sind Zwieback, Knäckebrot oder Salzstangen geeignet.
  • Verteilen Sie das Essen und Trinken lieber auf mehrere kleine Mahlzeiten am Tag.
  • Vermeiden Sie intensive Essengerüche. Generell gilt, kältere Speisen riechen weniger stark als warme. Lüften Sie regelmäßig nach dem Kochen.
  • Oft sind kalte Speisen besser verträglich, etwa Wassereis, Sorbet oder Eiswürfel aus gefrorenem Saft.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Angehöriger langsam isst und trinkt sowie ausreichend kaut.
  • Wenn Übelkeit und Erbrechen auftreten, besprechen Sie dies mit dem behandelnden Arzt. Er kann Ihrem Angehörigen auch Medikamente gegen Übelkeit verordnen.

Sie können Ihren Angehörigen auch auf andere Art unterstützen. Beteiligen Sie sich aktiv an der Pflege, zum Beispiel indem Sie helfen Ihren Angehörigen zu waschen. So vermitteln Sie Nähe und Zuwendung. Auch wenn Ihr Angehöriger ernährt wird, muss die Mundpflege weiter betrieben werden. Unterstützen Sie Ihren Angehörigen beim Zähneputzen. Nach jeder Mahlzeit sollte er den Mund ausspülen. Gegen Mundtrockenheit helfen Zitronen- und Pfefferminztee. Auch ein Kaugummi oder ein saures Bonbon können den Speichelfluss anregen.

Nach oben