Ernähren bei Krebs

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Entscheidung für oder gegen Ernährungstherapie

Entscheidung für oder gegen Ernährungstherapie eines Angehörigen

Wenn Sie entscheiden sollen, ob eine Ernährungstherapie bei einem Angehörigen durchgeführt werden soll oder nicht, kann dies eine schwierige Aufgabe sein. Die meisten Menschen haben keine medizinischen Vorkenntnisse und erst Recht keine Erfahrung auf dem Feld der Ernährungstherapie. Um eine Entscheidung fällen zu können, müssen Sie sich also erst einmal in ein völlig fremdes Thema einarbeiten. Wenn Sie die Hintergründe verstanden haben, geht es darum herauszufinden, was für Ihren Angehörigen der passende Weg ist.

Wenn der Angehörige selbst in der Lage ist, sich für oder gegen eine Ernährungstherapie zu entscheiden, ist sein Entschluss für alle anderen bindend.

Schwieriger wird es, wenn der Angehörige nicht mehr selbst in der Lage ist die Entscheidung zu fällen und Sie dies für ihn übernehmen müssen. Es ist generell schwierig eine lebenswichtige Entscheidung für einen anderen Menschen zu treffen. Bei der Ernährungstherapie ist damit häufig das Gefühl verbunden, dass man „über Leben und Tod“ entscheidet. Wenn eine Patientenverfügung vorliegt, in welcher die medizinischen Maßnahmen festgelegt sind, ist diese bindend.

Liegt keine Patientenverfügung vor, ist der mutmaßliche Wille des Angehörigen entscheidend.


Die erste Frage, die Sie sich also stellen müssen:

1. Liegt eine schriftliche Patientenverfügung vor?

Liegt keine Patientenverfügung vor, müssen Sie versuchen den mutmaßlichen Willen des Angehörigen herauszuarbeiten. Stellen Sie sich Fragen wie: Was sind die Werte des Angehörigen? Welche Ansichten und Weltanschauung vertritt er? Wurde einmal über eine solche Situation gesprochen und wie hat sich der Angehörige dazu geäußert?


Die zweite Frage könnte lauten:

2. Wie würde sich der Angehörige in der Situation entscheiden?

Wenn Sie nicht in der Lage sind, den mutmaßlichen Willen herauszufinden, müssen Sie überlegen, was für Ihren Angehörigen am besten ist. Fragen, die Sie jetzt beantworten müssen, lauten:

  • Was sind für meinen Angehörigen die Vorteile einer Ernährungstherapie?
  • Was sind die Nachteile einer Ernährungstherapie?
  • Wie wird durch die Ernährungstherapie die Lebensqualität beeinflusst?

Die dritte und wichtigste Frage lautet deshalb:

3. Was ist für den Angehörigen am besten?

Wichtig ist, dass Sie versuchen die Entscheidung ohne jeden Druck zu fällen. Sie sollten weder eine Ernährungstherapie als lebensverlängernde Maßnahme betrachten, noch dürfen Sie sich bei einer Entscheidung gegen Ernährungstherapie selber Vorwürfe machen. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie für die Entscheidung brauchen. Keineswegs machen Sie sich einer unterlassenen Hilfeleistung schuldig. Eine Ernährungstherapie ist immer dann sinnvoll, wenn sie die Lebensqualität des Patienten verbessert. Befindet sich ein Patient allerdings in der Sterbephase ist eine Ernährungstherapie nicht mehr hilfreich.

Vielleicht kann es in dieser Situation auch hilfreich sein, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Dies kann neben dem Arzt zum Beispiel ein Psychologe sein, ein Seelsorger oder eine Selbsthilfegruppe.

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