Ernähren bei Krebs

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Portraitbild von Frau Prof. Dr. Zopf

Interview

Frau Professor Dr. Yurdagül Zopf, Leiterin des Ernährungsteams der Uniklinik Erlangen, erläutert, wie eine optimierte Ernährungstherapie Krebspatienten helfen kann.

(Bild: © UK Erlangen)

Weltweit wird fieberhaft geforscht, doch noch immer ist es nicht gelungen, diese tückische Krankheit zu besiegen: Krebs. Allein in Deutschland wird jedes Jahr bei etwa 500.000 Menschen ein Tumor entdeckt. Heute weiß man, dass auch die Ernährung der Patienten eine wichtige Rolle bei der Behandlung spielt.

Frage:
Je nach Art des Tumors leiden bis zu 80 Prozent der Krebspatienten an einer Mangelernährung. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe dafür?

Antwort Frau Prof. Dr. Zopf:
"Oft ist der Appetit bei den Patienten geringer oder sie fühlen sich schneller satt. Eine Chemotherapie kann auch den Geschmackssinn verändern und Brechreiz und Übelkeit auslösen. Außerdem erschweren einige Tumorerkrankungen eine weitgehend normale Ernährung."

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Frage:
Neben der Lebensqualität verschlechtert sich dadurch auch die Prognose für den Patienten, seine Kräfte schwinden immer mehr. Dabei ist Mangelernährung kein unabwendbares Schicksal, oder?

Antwort Frau Prof. Dr. Zopf:
"Neben der ganz normalen Ernährung oder der über eine Sonde gibt es die Möglichkeit der so genannten parenteralen Ernährung. Dabei werden die Nährlösungen über eine Vene ins Blut geleitet und so der Magen-Darm-Trakt umgangen. Kommt der Patient durch die bessere Ernährung wieder zu Kräften, steigert das die Effektivität der Therapie, die Vitalität und damit auch das Wohlbefinden."

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Frage :

Auch deshalb wurde die neue Webseite ernaehren-bei-krebs.de entwickelt. Ein Selbsttest zeigt beispielsweise, ob eine Mangelernährung besteht. Vor allem aber klärt die Seite Patienten und Angehörige auf und gibt praxisnahe Tipps für den Alltag, um mit Hilfe der Ernährung die Kraftreserven aufzufüllen. Warum kann eine Ernährungstherapie bei Krebspatienten eine wichtige Rolle spielen?

Antwort Frau Prof. Dr. Zopf:
"Die Ernährung ist deshalb so wichtig, weil ein schlechter Ernährungszustand den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen kann. Eine gut geführte Ernährungstherapie führt zu einer körperlichen Stabilität, zu Muskelaufbau sogar manchmal. Damit kann die Therapie besser durchgeführt werden. Man weiß, dass Patienten, die schlecht ernährt sind, früher mit der Therapie abschließen müssen, weil sie die ganzen Nebenwirkungen nicht mehr vertragen können."

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Frage:
Was kann der Patient selbst tun, um seinen Ernährungsstatus festzustellen?

Antwort Frau Prof. Dr. Zopf:
"Das Allerwichtigste ist es, sein Gewicht zu messen. Der Patient nimmt Gewicht ab, ungewollt, der Patient isst weniger. Letztendlich ist es völlig unwichtig, wie viel man vorher gewogen hat: Ich habe Patienten, die vorher 120 Kilo gewogen haben, aber wenn diese Patienten 20, 30 Kilo abnehmen, sind sie mangelernährt. Nur, weil sie anscheinend gut ernährt aussehen, heißt es nicht, dass sie es sind."

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Frage:
Welchen unterstützenden Beitrag können Angehörige leisten?

Antwort Frau Prof. Dr. Zopf:
"Das Wichtigste ist, dass der Angehörige selbst keine Angst hat vor der gesamten Therapie und auch diese Angst dem Patienten nimmt. Dass eine Ernährungstherapie dazugehört, die Chemotherapie, all das ist ein Stück vom Ganzen. Eine Unterstützung von den Angehörigen ist es, bestmöglich die Therapie mitzumachen, dass der Patient nicht alleine alles durchleben muss."

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Herzlichen Dank, Frau Prof. Dr. Zopf, für das Interview.