Ernähren bei Krebs

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Ernährungstherapie – was ist das eigentlich?

Ernährungstherapie – was ist das eigentlich?

Eine Ernährungstherapie zu erhalten bedeutet nicht immer, dass man künstlich ernährt wird. Um einer Mangelernährung vorzubeugen oder sie zu behandeln, läuft die Ernährungstherapie in Stufen ab.

  1. Die Basis und erste Therapiestufe ist die normale Ernährung über den Mund (orale Ernährung). Wenn Sie nur eingeschränkt möglich ist, können verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung eingesetzt werden. Das können beispielsweise Verhaltensmaßnahmen sein, aber auch der Einsatz von speziellen Tassen, Bestecken oder energiereicher Kost wie Trinknahrung, die umgangssprachlich auch als „Astronautenkost“ bezeichnet wird.

  2. Reichen die Maßnahmen der ersten Stufe nicht aus, folgt Stufe zwei der Therapie, die enterale Ernährung. Damit ist Nahrung über den Magen-Darm-Trakt gemeint. Das griechische Wort „enteron“ heißt Darm. Enterale Nahrung wird über eine Sonde in den Magen oder den Dünndarm verabreicht.

  3. Ist die enterale Ernährung nicht geeignet, um den Patienten umfassend zu ernähren, folgt Stufe drei der Ernährungstherapie, die parenterale Ernährung. Hier werden Nährstoffe durch Infusion direkt in die Blutbahn gebracht. Der Magen-Darm-Trankt wird dabei komplett umgangen. Die Infusion erfordert als Zugang entweder eine periphere Verweilkanüle (eine Kanüle, die in eine kleine Körpervene eingeführt wird, z.B. im Handrücken) oder einen zentralen Venenkatheter (ein Katheter, der in eine größere Körpervene eingeführt wird, z.B. der Portkatheter). Letzterer ist bei parenteral ernährten Krebspatienten, die Regel, da ein solcher Katheter, auch Port genannt, meinst ohnehin für die Chemotherapie vorhanden ist. Parenterale Ernährungstherapie kann entweder unterstützend zur oralen oder enteralen Ernährung erfolgen oder wenn nötig auch die komplette Ernährung übernehmen.

Das Stufenschema der Ernährungstherapie ist ein offenes System mit fließenden Übergängen, die einzelnen Stufen schließen sich nicht aus, sondern können auch miteinander kombiniert werden. Grundsätzlich sollte immer angestrebt werden, dass Krebspatienten so lange wie möglich normale Kost auf dem natürlichen Weg zu sich nehmen.

Orale Ernährung

Natürliche Ernährung über den Mund und flüssige Nahrung (Trinknahrung, „Astronautenkost“)

Enterale Ernährung

Flüssige Sondennahrung über Magen-, Nase- oder PEG-Sonde

Parenterale Ernährung

Ernährung per Infusion direkt in die Blutbahn z.B. über einen Port-Katheter

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